Ball im Savoy: Liebe und Lust zwischen Tango und Jazz

Anfangs Jahr wurde die Stückwahl der Operette Sirnach für die nächste Saison präsentiert: Mit dem „Ball im Savoy“ von Paul Abraham wird ab Januar 2019 die Serie von modernen und zugleich traditionell ausgerichteten Operetten aus den 30er Jahren fortgesetzt. Mittlerweile stehen die künstlerische Leitung und das Sujet fest – Zeit für ein Zwischenresümee.

Der Kern des Stücks widmet sich der wichtigsten Nebensache der Welt: der Liebe – gepaart mit Eifersucht, Herzschmerz und flammenden Bedürfnissen. Die Verwechslungskomödie kreist um Seitensprung, Treue, Doppelmoral und hinterfragt das vermeintliche Eheglück. Der Librettist Alfred Grünwald verstand es exzellent, Handlung und Revue miteinander zu verbinden. „Ball im Savoy“ bietet Situationskomik, halsbrecherische Story-Wendungen und ein einmaliges Revuefeuerwerk. Die Operette wurde im Dezember 1932 uraufgeführt und galt als absoluter Hit. Drei Monate später wurden die Aufführungen durch die neuen Nationalsozialistischen Machthaber verboten.

Der Wendepunkt zum Musical
Dass das Stück den Nazis missfallen würde, war abzusehen: Mit den jazzigen Elementen hatte Abraham eine Revue geschaffen, die für Modernität und Weltoffenheit stand. „Ball im Savoy“ ist die letzte freizügige Operette einer Zeit, die zu Ende geht. Unter dem Einfluss der amerikanischen Revue und des Films veränderten sich in den 20er Jahren sowohl die Handlungskonstruktion wie auch die musikalische Architektur der Operette. Die 3-aktige Form wurde aufgelöst, die Erzählweise filmisch – die Grundlage für den Musikfilm und das Musical war geboren.

Die künstlerische Leitung steht fest
Bereits sind alle Schlüsselstellen für die anstehende Saison besetzt: Mit Leopold Huber, Regie, und Florence Leonetti, Produktionsleitung, engagieren sich zwei alte Operettenhasen für eine erfolgreiche Realisation. Mit Andreas Signer konnte ein junger Dirigent für die musikalische Leitung gewonnen werden. Er tritt die Nachfolge des langjährigen Verantwortlichen Martin Baur an und weiss, dass es sehr grosse Fussstapfen zu füllen gilt. Dazu Otto Noger, Präsident der Operette Sirnach: “Martin Baur hat immenses für die Operette Sirnach geleistet. Aufgrund der langjährigen Verdienste, und mit viel Respekt gegenüber dem Geleisteten, wurde auch er in den Findungsprozess mit eingebunden.“ Der Vorstand ist überzeugt, dass mit Andreas Signer der ideale Nachfolger gefunden wurde.

Mitwirkende mit Musik im Blut gesucht
Für den „Ball im Savoy“ werden noch Chorsängerinnen und Chorsänger aller Altersgruppen mit viel Musik im Blut gesucht! Interessierte wenden sich direkt an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Die Proben starten am 28. Mai 2018 – die Premiere geht am 12. Januar 2019 im Gemeindezentrum Dreitannen in Sirnach über die Bühne.